Zeitungsartikel aus dem "Schwäbischen Tagblatt":

Geschrieben von: Birgit Reinke

„Spitze“, „eine tolle Aufführung“, „Wahnsinnsleistung“ – das sind nur einige Beispiele für die Reaktionen, die vergangenen Samstag auf dem Grundschulgelände zu hören waren!

Ein Zirkus auf großer Fahrt begeistert das Publikum

Fast 220 Schülerinnen und Schüler präsentierten beim Schulfest ihre anderthalbstündige Aufführung und ernteten verdienten Applaus. „Man hat richtig gesehen, mit wie viel Spaß die Kinder dabei waren“, sagte beispielweise eine begeisterte Mutter. Seit Januar hatte die ganze Schule zusammen mit zwei Zirkus-Pädagoginnen das individuelle Programm erarbeitet und typische Zirkus-Elemente einstudiert. Die Erst- und Zweitklässler blieben in ihrem Klassenverband, die Dritt- und Viertklässler konnten sich jeweils für ein Projekt entscheiden. So entstanden insgesamt 12 Nummern mit Jonglage, Tanz, Einrad-Fahren, Turnen,  Lauftrommel- und Leiterakrobatik. Drei Kinder führten als „Kapitän“ (Lukas Ottmar), „Frau Schmitt“ (Jasmin Reck) und „Otto, der

Maschinist“ (Denis Caliskan) durch das Programm. Fast 600 Zuschauer durften erleben, wie die letzten Touristen kurz vor dem Ablegen noch an Bord gehen (spritzige Jonglage mit Koffern), sahen einen Tüchertanz, der das Farbenspiel von Meer, Sonne und Möwen symbolisierte und ließen sich beim „Menü“ der jonglierenden Küchenmannschaft Appetit machen. Es folgte eine fetzige Poolparty mit tollen Turneinlagen, eine wunderschöne „Traumtänzer-Nummer“ auf dem Schwebebalken bis schließlich „Pinguine auf einer Eisscholle“ (Bodenturnen) gesichtet wurden. Beim Showtanz erlebte das Publikum eine gefährliche „Raubtiernummer“, Tanzeinlagen (u.a. auf dem Einrad) und „Wilde Cowboys“ mit ihren (Stecken-)Pferden. Dann fegte ein „Sturm“ plötzlich fast die ganze Mannschaft von Bord! Gut, dass anschließend die Deckmannschaft parat stand, um das Schiff wieder aufzuräumen (Lauftrommel- und Leiterakrobatik) und die Matrosen die Seile beim Anlegen gut spannen konnten (Rope skiping).

Rektor Klaus Maier bedankte sich bei allen Akteuren, bei Konrektor Andreas Leins, der das Lehren, die zusammen mit den Schülern so fleißig geübt hatten und nicht zuletzt bei den beiden Zirkuspädagoginnen Susanne Baumgartner und Mareike Fichtner, die einfach tolle Arbeit geleistet haben. Ein ebenso großer Dank gebührt den zahlreichen Eltern, die sowohl zu der Aufführung als auch beim gesamten Schulfest einen großen Beitrag geleistet haben. Die Gesamt-Elternbeiratsvorsitzende Ulrike Schneider brachte dies zu Beginn der Feierlichkeiten zum Ausdruck. Mehr als 25 Eltern schneiderten zahlreiche Kostüme, organisierten Requisiten und  bauten das Holzschiff, das der gesamten Aufführung als Kulisse diente. Und nicht zu vergessen die fast 70 Eltern, die für einen  reibungslosen Ablauf beim Schulfest gesorgt haben, mit Kuchenspenden, Kuchen- oder Getränkeverkauf,  Grillen, Döner Kebap-Verkauf, Bonverkauf sowie Auf- und Abbau.

Nach der Aufführung vergnügten sich die meisten Kinder bei der Spielstraße, die einige Lehrer auf der Wiese organisiert hatten. Sehr beliebt waren beispielsweise der „Rolli-Parcour“ mit echten Rollstühlen, der Barfuß-Parcour, u.a. mit spitzen Kronkorken, weicher Watte und rollenden Stäben sowie das Kreuzfahrtschiff „Ergenzia“, bei dem die Kinder mit einem Tennisball auf die Luken zielen mussten.

 

 

Zeitungsartikel aus dem "Schwäbischen Tagblatt"

Kinder machen Zirkus

Geschrieben von: Birgit Reinke, Schwäbisches Tagblatt vom 5.3.2009

„Ein Zirkus geht auf Reisen“: So heißt ein neues Großprojekt an der Grundschule Ergenzingen. Alle Schüler(innen) und Lehrer(innen) trainieren zusammen mit zwei Zirkus-Pädagoginnen für eine Vorstellung beim Schulfest am 20. Juni.

„Ein Zirkus geht auf Reisen“ – So heißt ein neues Großprojekt an der Grundschule Ergenzingen. Alle Schülerinnen und Schüler trainieren  zusammen mit den Lehrern und zwei eigens dafür engagierten Zirkus-Pädagoginnen für eine Zirkusvorstellung. „Vor-hang auf“ heißt es dann beim Schulfest am 20. Juni 2009.

Foto Training für das GS-FestErgenzingen. Akrobatik mit Leitern oder Lauftrommeln, Jonglage mit Tüchern, Bällen oder Tellern, Balancieren auf dem Schwebebalken – alle diese typischen Zirkuselemente üben die Kinder der Grundschule Ergenzingen nun schon regelmäßig seit Januar. Jeden Montag kommen die beiden Zirkuspädagoginnen Susanne Baumgartner und Mareike Fichtner in die Schule. Trainiert wird dann parallel im Vereinsraum und im Turnraum der Schule. Zu jeder Unterrichtsstunde ist eine andere Klasse dran. Während die Klassen 1 und 2 im Klassenverband bleiben, konnten sich die Schüler der Klassen 3  und 4 jeweils für ein Projekt entscheiden. „Das ist für manche schon eine große Herausforderung – eine Entscheidung treffen, in neuen Schülerkonstellationen arbeiten, einen anderen Bezugslehrer kennenlernen“, erklärt Andreas Leins, Konrektor der Grundschule. Das Schöne an diesem Projekt sei, dass die Schulgemeinschaft in den Vorder-grund rücke. „Dabei arbeiten und lernen Eltern, Lehrer und Schüler über einen längeren Zeitraum an einer Sache, an einem Thema und übernehmen Verantwortung. Das tut dem Schulklima bestimmt gut.“ so Leins.  Die Idee zu dem Zirkusprojekt zum Schulfest 2009 war vor dem Hintergrund entstanden, dass die Schule seit diesem Jahr eine sogenannte „Grundschule mit sport- und bewegungserzieherischem Schwerpunkt“ ist – ein Programm des Kultusministeriums, dem sich bislang 370 Schulen in Baden Württemberg angeschlossen haben.

Ein fertiges Drehbuch für die Aufführung gibt es noch nicht. Die einzelnen Nummern der Klassen bzw. Projektgruppen entwickeln sich jetzt erst während der Arbeit mit den Zirkuspädagoginnen. Übergreifendes Thema und damit quasi der rote Faden durch alle Nummern ist eine „Zirkustruppe auf einem Schiff“.  Da gibt es dann die mit Tellern jonglierende Küchenmannschaft, die auf Lauftrommeln und Leitern balancierenden Schiffsarbeiter, eine Pool-Party auf dem Trampolin oder einen Sturm, der den Gala-Abend kräftig durcheinander wirbelt. Susanne Baumgartner und Mareike Fichtner verfügen über Zirkuserfahrung aus ihrer Arbeit beim Kinder- und Jugendzirkus Zambaioni in Tübingen. Zunächst mal üben sie mit den Kindern, wie man mit den einzelnen Geräten überhaupt umgeht, trainieren aber auch Körperbewusstsein und Balance und machen Konzentrations-übungen. „Die Kinder sollen bei dem Zirkusprojekt auch lernen, sich gegenseitig zu vertrauen und sich aufeinander zu verlassen“, betont Susanne Baumgartner. Auch Fantasie sei gefragt, vor allem beim Entwickeln der jeweiligen Nummern. Die beiden Zirkuspädagoginnen geben hier Impulse, aber wie die Nummer letztendlich aussieht, hänge davon ab, was die Kinder können und machen möchten. 

Finanziert wird das Projekt mit Gesamtkosten in Höhe von ca. 3.800 Euro aus Spenden, u.a. von Banken und einer Stiftung. „Den größten Teil – etwa 1.400 Euro – haben Grundschuleltern gespendet“, so Leins. Mit dem Geld bezahlt die Schule rund 120 Trainingsstunden mit den Zirkuspädagoginnen, das sind pro Klasse bzw. Projektgruppe etwa 8-9 Trainingseinheiten. Außerdem werden verschiedene Geräte, wie Lauftrommeln, Jonglierbälle und sogenannte Poys zum Jonglieren angeschafft, die in der Schule bleiben und weiterhin für die Schüler zur Verfügung stehen. Bleiben schließlich noch die Kostüme und die Kulissen, um das Zirkusprojekt am Schulfest zu realisieren – hier sei dann vor allem die Mithilfe der Eltern gefragt, so Leins.